{"id":148,"date":"2013-10-16T09:25:40","date_gmt":"2013-10-16T09:25:40","guid":{"rendered":"http:\/\/karin.unkrig.de\/?page_id=148"},"modified":"2017-09-10T20:20:41","modified_gmt":"2017-09-10T20:20:41","slug":"drei-minuten-fur-ein-bild","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/karin.unkrig.de\/?page_id=148","title":{"rendered":"Drei Minuten f\u00fcr ein Bild"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-157\" src=\"http:\/\/karin.unkrig.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3min_bild.jpg\" alt=\"3min_bild\" width=\"200\" height=\"122\" \/><\/p>\n<p>Eine ungewohnte Szenerie: Zwei Boxer (der eine im Jackett, der andere mit B\u00fcgelfalte, G\u00fcrtel und Hemd) und ein Hintergrund, welcher auf st\u00e4dtische Zivilisation schliessen l\u00e4sst: Einzig die roten F\u00e4ustlinge sowie die Zuschauenden erinnern an die \u00fcblichen K\u00e4mpfe im Ring.<br \/>\nIn der Tat stehen sich hier zwei Londoner Gesch\u00e4ftsleute gegen\u00fcber. F\u00fcr einmal treffen sie sich nicht f\u00fcr eine Partie Golf, sondern zu einem k\u00f6rperbetonten Fight.\u00a0 Sie folgen dem Trend des \u00abWhite-Collar-Boxing\u00bb, popul\u00e4r geworden durch den Film \u00abFight Club\u00bb; der allerdings spielte in Kellerr\u00e4umen und mit von der Partie war Brad Pitt &#8230;<\/p>\n<h2>Taktischer Sieg<\/h2>\n<p>Dieser Faustkampf\u00a0 findet im Freien, zwischen B\u00fcrot\u00fcrmen und Betonbauten statt. Laut der SPIEGEL-Meldung handelt es sich bei den Kontrahenten um einen Headhunter und einen Investmentbanker. Vielleicht hat letzterer gerade den fr\u00fcheren Stars der Szene, den Analysten, einen Kinnhaken verpasst, um anschliessend seinen Vermittler mit Technik und Reaktionsf\u00e4higkeit zu beeindrucken.<br \/>\nAllerdings: Er muss das Gegen\u00fcber achtsam behandeln, ihm zeigen, wie gut sein Mandant ist, ohne ihn zu dem\u00fctigen. Der sp\u00e4tere F\u00fcrsprecher soll auch zum Zug kommen, geschickt abgeblockt werden und am Ende der dritten Runde knapp nach Punkten verlieren. Eine Schramme darf es absetzen, keineswegs aber eine br\u00fcskierende Verletzung oder gar ein K.O.<\/p>\n<p>Ziel des Sports sei \u00abdie \u00dcberwindung des inneren Schweinehunds und die Entdeckung der eignen M\u00e4nnlichkeit\u00bb, heisst es in derselben Zeitungsnotiz[1]. Ein blaues Auge gelte als Beweis von K\u00fchnheit, eine blutende Braue w\u00fcrde zum Vorzeigeobjekt. Da bin ich froh, als Frau geboren zu sein bzw. meine Weiblichkeit nicht erst \u00f6ffentlich unter Beweis stellen zu m\u00fcssen (was mittels Muskelspielen nur schwer gel\u00e4nge).<br \/>\nDass solche Vorstellungen von Mann-Sein und Sich-Durchschlagen-M\u00fcssen keine Ausnahme sind, zeigt das zweite Beispiel.<\/p>\n<h2>Nahkampftraining f\u00fcr Spitzenkr\u00e4fte<\/h2>\n<p>In den Niederlanden messen sich zuk\u00fcnftige Topshots bei Ausschreitungen mit der Polizei. K\u00e4mpfe mit echten Ordnungsh\u00fctern stehen auf dem Trainingsprogramm. Die Krawattentr\u00e4ger imitieren nicht etwa die 68er-Generation, sondern holen sich angebliche Schl\u00fcsselqualifikationen. \u00abSie m\u00fcssen im Job strategisch denken. Dabei ist ein klares Feindbild dienlich\u00bb meinte ein Sprecher der Amsterdamer Polizei. Um das besser zu k\u00f6nnen, d\u00fcrfen die CEO\u00b4s auf die Barrikaden gehen, Steine werfen und Uniformierte vom Pferd zerren. Richtige Raufereien, welche mann tunlichst ausserhalb der Firma auszutragen hat. Im schlechtesten Fall dienen sie als Ventil, im besten Fall verhelfen sie zum notwendigen Biss. Ein TV-Reporter kommentierte das zweifelhafte Erfolgsrezept mit dem Ausspruch: \u00abWer richtig zuhaut, macht Karriere![2]\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] DER SPIEGEL, Nr. 40\/2000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine ungewohnte Szenerie: Zwei Boxer (der eine im Jackett, der andere mit B\u00fcgelfalte, G\u00fcrtel und Hemd) und ein Hintergrund, welcher auf st\u00e4dtische Zivilisation schliessen l\u00e4sst: Einzig die roten F\u00e4ustlinge sowie die Zuschauenden erinnern an die \u00fcblichen K\u00e4mpfe im Ring. In der Tat stehen sich hier zwei Londoner Gesch\u00e4ftsleute gegen\u00fcber. 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