{"id":178,"date":"2013-10-16T10:03:42","date_gmt":"2013-10-16T10:03:42","guid":{"rendered":"http:\/\/karin.unkrig.de\/?page_id=178"},"modified":"2017-08-30T22:08:53","modified_gmt":"2017-08-30T22:08:53","slug":"drei-minuten-fur-ein-inserat","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/karin.unkrig.de\/?page_id=178","title":{"rendered":"Drei Minuten f\u00fcr ein Inserat"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-184\" src=\"http:\/\/karin.unkrig.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3min_inserat.jpg\" alt=\"3min_inserat\" width=\"200\" height=\"130\" \/><\/p>\n<p>Inserate erz\u00e4hlen Geschichten. Geschichten \u00fcber Trends in der Arbeitswelt (allzeit flexibel und bereit), \u00fcber die Branche, die angepriesen werden soll sowie \u00fcber Leute, welche die Anzeigen aufgeben. Die IT-Macher\/innen und ihren Machbarkeitswahn zum Beispiel. Wachstum hat Zukunft, Wachstum gleich Fusion, Rationalisieren, Optimieren &#8230; bis hin zum Austausch \u00abMaschine statt Mensch\u00bb. So sieht das Resultat aus: Der Buchhalter wird durch eine Maus ersetzt und das Stelleninserat ins Gegenteil verkehrt[1].<\/p>\n<h2>Der Markt befiehlt&#8217;s<\/h2>\n<p>Dass die Rechnung nicht aufgeht, wissen wir bereits. Das Diktat des Marktes f\u00fchrt viele irre, das Gef\u00fchl f\u00fcr Gr\u00f6ssenordnungen verliert sich, Effizienzstreben verkommt zum Leerlauf. Alles nach Marktgesetzen, die niemand verantworten oder \u00e4ndern will: Selbst dann nicht, wenn immer groteskere Szenarien auftreten.<br \/>\nHaben Sie sich auch schon gefragt, weshalb US-Gerichte immer h\u00e4ufiger Urteile \u00fcber Millionenbeitr\u00e4ge f\u00e4llen, die betroffenen Firmen diese scheinbar locker hinbl\u00e4ttern, sich wenig \u00e4ndert? und niemand protestiert, wenn gleichentags die Tochtergesellschaft desselben Unternehmens zehntausende von Leute entl\u00e4sst? \u00abe-payroll\u00bb f\u00e4llt da als Jobkiller gar nicht mehr auf.<\/p>\n<h2>Unzimperliche Wortwahl<\/h2>\n<p>Wobei die SORECO-Group nicht die einzige ist, welche sich einer flapsigen Sprache gegen\u00fcber den einst hochgesch\u00e4tzten Buchalter\/innen bedient. Die Wirtschaftszeitung CASH \u00fcberschrieb einen Artikel zu Finanzsoftware mit \u00abQuickie im Zahlungsverkehr\u00bb[2]. Weiter gings im Text, s\u00fcffig angereichert durch Aussagen wie \u00abPC wird zum S\u00e4ckelmeister\u00bb oder \u00abFinanzw\u00e4chter zur Seite\u00bb.<br \/>\nAch ja, kosten tut der EDV-Spass gleichwohl etwas ? ohne von der Eingabe unendlich langer Referenznummern zu befreien. Wie das Geld eingeteilt werden soll, was bei Ausst\u00e4nden zu tun ist und wohin sich die monet\u00e4re Entwicklung bewegt, beantwortet der digitale Heimbuchhalter ebenso wenig. Er sagt nicht einmal \u00abGuten Morgen\u00bb.<\/p>\n<h2>Realit\u00e4t &amp; Ausblick<\/h2>\n<p>Als ich einen befreundeten Finanzfachmann auf den scheinbaren Niedergang seines Berufsstandes anspreche, meint er: \u00abLeute wie uns braucht es immer. Sie heissen heute \u00abController\u00bb oder \u00abAccountant\u00bb. Eher werden sie zur Schnecke gemacht als durch eine Maus ersetzt! Und wirklich reich sind sie? auch das eine vielgeh\u00f6rte Unterstellung ? selten. Dazu fehlt ihnen der verm\u00f6gende Vater, der Riecher f\u00fcr riskante Spekulationen oder das besondere Talent, Mitmenschen um ein paar Nasenl\u00e4ngen voraus zu sein. Als Ausgleich liefern sie eine solide Bilanz.\u00bb<br \/>\nEr nimmt vorweg, was Peter Baumgartner hoffnungsvoll formuliert: \u00abIch tr\u00e4ume davon, dass wir den Sinn, der einmal hinter jeder Arbeitsleistung stand, wieder finden.\u00bb[3]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] Leute schicken statt suchen<br \/>\n[2] CASH, Nr. 11\/16. M\u00e4rz 2001<br \/>\n[3] ALPHA, 21.\/22. April 2000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inserate erz\u00e4hlen Geschichten. Geschichten \u00fcber Trends in der Arbeitswelt (allzeit flexibel und bereit), \u00fcber die Branche, die angepriesen werden soll sowie \u00fcber Leute, welche die Anzeigen aufgeben. Die IT-Macher\/innen und ihren Machbarkeitswahn zum Beispiel. 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