{"id":199,"date":"2013-10-16T10:28:20","date_gmt":"2013-10-16T10:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/karin.unkrig.de\/?page_id=199"},"modified":"2016-07-07T09:56:30","modified_gmt":"2016-07-07T09:56:30","slug":"vom-schongeist-zur-produktionsleiterin-notizen-einer-lektorin","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/karin.unkrig.de\/?page_id=199","title":{"rendered":"Vom Sch\u00f6ngeist zur Produktionsleiterin &#8211; Notizen einer Lektorin"},"content":{"rendered":"<p>\u00abWie bitte?\u00a0Jahre lang habe ich an meinem Manuskript gearbeitet und nun wollen Sie es einer Lektorin geben?\u00bb (Die meisten sind Frauen!) \u00abAuf dass sie es total umschreibt, alles \u00e4ndert?\u00bb Diese Bef\u00fcrchtung \u00e4ussern\u00a0manche Autor\/innen. Nicht zu Unrecht,\u00a0insbesondere im literarischen Bereich, wo Vieles eine Frage der Auslegung ist, individuelle Vorlieben oder den pers\u00f6nlichen Stil tangiert.<br \/>\nSelbst im Sachbuchsektor sind Lektorinnen nicht immer willkommen. Es sei, es gelingt ihnen, die Schreibenden zu motivieren, ihnen zu einem ungeahnten Effort zu verhelfen, gemeinsam ein weiteres Projekt zu initiieren. Eines, das insbesondere den Verlag \u00fcberzeugt!<\/p>\n<h2>Multitasking<\/h2>\n<p>Leider verh\u00e4lt es sich\u00a0<em>&#8211;<\/em>\u00a0durch Zeitdruck sowie ver\u00e4nderte Marktbedingungen\u00a0<em>&#8211;<\/em>\u00a0l\u00e4ngst nicht mehr so, dass sich das Lektorat Zeit nehmen kann, jemanden auszuw\u00e4hlen, zu f\u00f6rdern, zu begleiten, sprich den allf\u00e4lligen Rohdiamanten zu schleifen. Mittlerweile zahlt rund die H\u00e4lfte der Verfasser\/innen f\u00fcr die Herausgabe ihrer B\u00fccher, die Qualit\u00e4t nimmt ab, auf Kosten von Stringenz, Pr\u00e4zision oder Form.\u00a0Das Thema w\u00e4re\u00a0spannend, aber der rote Faden fehlt. Die vermeintliche Expertin entpuppte sich als nichtwissend, der Insider als Nobody. Gleichzeitig mutiert der Autor zum Kunden, erhebt Anspr\u00fcche und Forderungen. Die Lektorin h\u00e4ngt zwischen Stuhl und Bank, der definitive Entscheid liegt beim Verlag.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr darf die mit dem Lektorat Betraute\u00a0<em>&#8211;<\/em>\u00a0zus\u00e4tzlich zu den inhaltlichen Korrekturen\u00a0&#8211;\u00a0Werbetexte entwerfen, Buchumschl\u00e4ge pr\u00fcfen sowie die Druckvorstufen vorbereiten. Die entsprechende Software ist selber zu bezahlen, zu erlernen und anzuwenden. Nebenbei sollte man noch die Pressearbeit aufgleisen, eine Vernissage organisieren, erste Verkaufsmassnahmen einleiten etc. Zum urspr\u00fcnglichen Job gesellen sich mindestens drei: Psychologin, Marketingberaterin, Eventmanagerin.<\/p>\n<h2>Licht am Horizont<\/h2>\n<p>Nicht alles ist ein Graus! Hin und wieder gibt es sie, diese vielger\u00fchmten Sternstunden. Dann, wenn man ein perfektes Werk in H\u00e4nden h\u00e4lt. Einen Text, dessen\u00a0Lekt\u00fcre reines Vergn\u00fcgen bereitet. Dessen Redigieren\u00a0f\u00fcr manchen \u00c4rger, ja\u00a0Unbill entsch\u00e4digt. Am Schluss profitiert sogar das eigene Sprachgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Nun, wo ich nicht mehr in diesem Metier t\u00e4tig bin, vermisse ich es zuweilen. Nichts ist erf\u00fcllender, als das Gl\u00fcck ob des gelungenen Erstlings. Zu sehen, wie eine Autorin das Cover bestaunt, \u00fcber den Buchr\u00fccken f\u00e4hrt, die Seiten durchbl\u00e4ttert. Denken Sie daran, beim n\u00e4chsten lausigen Skript, das vor Ihnen liegt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWie bitte?\u00a0Jahre lang habe ich an meinem Manuskript gearbeitet und nun wollen Sie es einer Lektorin geben?\u00bb (Die meisten sind Frauen!) \u00abAuf dass sie es total umschreibt, alles \u00e4ndert?\u00bb Diese Bef\u00fcrchtung \u00e4ussern\u00a0manche Autor\/innen. Nicht zu Unrecht,\u00a0insbesondere im literarischen Bereich, wo Vieles eine Frage der Auslegung ist, individuelle Vorlieben oder den pers\u00f6nlichen Stil tangiert. 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